Selbstbestimmt im Alter ?

Ein Blick nach Europa von Menschen mit und ohne Behinderung


Während unserer Tagung am 19. Mai 2011 wurde u.a. mit Menschen mit Behinderung, ihren Angehörigen, Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen aus dem Bereich der Behindertenhilfe, ein ausführlicher Blick auf die Wohn- und Lebensbedingungen für Menschen mit Behinderung im Alter in Österreich, Litauen und Norwegen geworfen.

Vor dem Hintergrund der gleichberechtigten Teilhabe am gesellschaftlichen Leben im Alter haben Betroffene ihre Wünsche und Bedürfnisse formuliert. Gleichzeitig wurden Lösungsmöglichkeiten für deren Umsetzung in vielschichtiger Art und Weise und aus den verschiedenen gemeinsam bereisten EU-Ländern aufgezeigt.

Neugierig? Die Vortrage, Wünsche, Erfahrungen, Lösungsmöglichkeiten, Fotos, etc. finden unter Download auf dieser Seite.

Wir danken allen Projektbeteiligten, dem Land Niedersachsen, der Aktion Mensch, der Hanns-Lilje-Stiftung und der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers.

19. Mai 2011 um 9.30 Uhr

Tagungsort:

Annastift Hannover
Anna-von-Borries-Straße 1 - 7
Festsaal

Bitte bringen Sie umgesetzte Konzepte, eigene Ideen, Fragestellungen und Wünsche für eine Infowand mit!

Gebärdendolmetscher sind zugegen.
Vorträge der Tagung in Leichter Sprache.
Moderation der Veranstaltung:
Frau Katja Jacob,
Evangelischer Kirchenfunk Niedersachsen GmbH

Pressemeldung - 19.05.2011

Selbstbestimmung älterer Menschen mit Behinderung


Menschen mit Behinderung betonen ihr Recht auf Teilhabe am Leben der Gesellschaft auch im Alter. „Selbstbestimmt im Alter? Ein Blick nach Europa von Menschen mit und ohne Behinderungen“ lautete der Titel eines Fachtages am Donnerstag, 19. Mai, im Annastift. Veranstaltet wurde die Tagung vom Diakonischen Werk der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers e.V. in Kooperation mit dem Fachverband Diakonische Behindertenhilfe in Niedersachsen. Die niedersächsische Sozialministerin Aygül Özkan sprach sich für Chancengleichheit aus: „Ältere Menschen mit und ohne Behinderungen haben oft ähnliche Bedürfnisse. Damit ältere Menschen mit Behinderungen ihren Vorstellungen gemäß leben können, gilt es, bestehende Barrieren abzubauen. Spätestens die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung hat uns die Verbesserung von Teilhabemöglichkeiten verordnet.“

Die 140 Teilnehmer und Teilnehmerinnen mit und ohne Behinderungen, pädagogische Mitarbeiter aus den diakonischen Einrichtungen, Geschäftsführer aus der Diakonie und Fachreferenten des Sozialministeriums diskutierten miteinander, wie die Teilhabe am Leben der Gesellschaft verbessert werden kann. Auf die besonderen Bedürfnisse von älteren Menschen mit Behinderungen machte Frau Prof. Lindmeier vom Institut für Sonderpädagogik der Leibniz-Universität Hannover aufmerksam: „Menschen mit Behinderungen haben oft keine Kinder oder Enkel. Die Arbeit und der Kontakt zu den Kollegen haben für sie deshalb einen besonders hohen Stellenwert. Beim Einstieg in den Ruhestand befürchten viele einen Abbruch der engsten Beziehungen.“ Sie plädierte für eine bedarfsgerechte Unterstützung, die die Selbstbestimmung des Menschen in den Mittelpunkt rücke. Besondere Aufmerksamkeit verdiene das Mobilitätsproblem in ländlichen Regionen.

Konkret benannten Menschen mit Behinderungen, was sie sich im Alter erhoffen: „Ich möchte im Alter genügend Geld haben, um weiterhin selbständig einzukaufen und zu kochen.“ - „Ich wünsche mir, dass es genügend barrierefreie und bezahlbare Wohnungen geben wird.“ – „Jeder Mensch mit Behinderung sollte sein Leben im Alter genauso frei gestalten können wie ein gesunder Mensch.“

Der Tagung ging ein dreijähriges Projekt mit Begegnungsreisen nach Norwegen, Österreich und Litauen voraus. Fachvorträgen aus diesen Ländern zeigte Beispiele gelungener Inklusion auf. Dr. Christoph Künkel, Direktor des Diakonischen Werks Hannovers, dankte dem Sozialministerium für die Finanzierung der Reisen sowie der Aktion Mensch und der Hanns-Lilje-Stiftung, die mit der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers den Fachtag finanzierte. „Wir arbeiten an einer gerechten Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am Leben der Gesellschaft in seiner Vielfalt. Die Begegnungsreisen sind da ein wichtiger Schritt. Es wird in Deutschland zunehmend auch ältere Menschen mit Behinderungen geben. Sie haben dasselbe Recht auf selbstbestimmte Teilhabe wie jüngere Menschen mit Behinderungen“, betonte Künkel.

Fotos finden Sie auf dieser Seite unter Downloads

Programm

9.30 Uhr

Anmeldung/Imbiss

10.00 Uhr

Eröffnung

Herr Jörg Armgardt, Betroffenenvertretung
10.05 Uhr

Begrüßung

Herr Dr. Christoph Künkel
Direktor des Diakonischen Werkes der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers e.V.
10.15 Uhr

Andacht

Frau Jutta Wendland-Park, Vorstandsvorsitzende der Rotenburger Werke der Inneren Mission e.V.
Frau Susanne Vogel, Betroffenenvertretung
10.30 Uhr

Grußwort:

Frau Ministerin Aygül Özkan
Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration
10.45 Uhr

Fachvortrag:

Frau Prof. Dr. phil. Bettina Lindmeier, Institut für Sonderpädagogik, Leibniz-Universität Hannover
„Bedarfe/Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung im Alter“
11.45 Uhr

Diskussion

12.00 Uhr

Pause

13.00 Uhr

Fachvorträge

„Menschen mit Behinderung im Alter“

Frau Gita Šapranauskaitė, Estate Academy of Museum Rumšiškės, Vilnius, Litauen
Herr Gerhard Breitenberger, Evang. Diakoniewerk Gallneukirchen, Österreich
Herr Roland Schwarz, Habilitierungsdienst für Erwachsene, Førde, Norwegen
14.30 Uhr

Pause

14.45 Uhr

Menschen mit Behinderungen stellen Forderungen auf

Moderation: Frau Jutta Wendland-Park
15.15 Uhr

Zusammenfassung und Ausblick:

Herr Christoph Lorbacher
Vorsitzender des Fachverbandes Diakonische Behindertenhilfe in Niedersachsen
15.30 Uhr

Ende der Veranstaltung

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Tagungsort

Sie erreichen den Tagungsort ab Hannover

Hauptbahnhof:

U-Bahn Linie 1 und 2 (Richtung Laatzen und Rethen)
bis Haltestelle Aegidientorplatz

oder Linie 8 (Richtung Messegelände) bis Haltestelle Aegidientorplatz,
dort auf dem gleichen Bahnsteig gegenüber umsteigen in die Linie 5 (Richtung Anderten) bis Haltestelle Annastift

Oder ab Kröpcke (mitten in der Fußgängerzone), unterstes Geschoss:

Linie 5 Richtung Anderten nehmen,
bis zur Haltestelle Annastift (Ankunft nach ca. 12 Minuten, Hochbahnsteig)



Eine Wegbeschreibung für die Anfahrt mit dem Pkw finden Sie unter www.annastift.de

Für telefonische Rückfragen: 05 11 - 36 04 - 288